Editorial von Daniel Roscher

Die eingeschlagene Richtung stimmt
In einem anspruchsvollen Umfeld schliesst das Geschäftsjahr 2025 der beiden Suva-Kliniken in Sion und Bellikon mit einem sehr erfreulichen Gesamtergebnis ab. Verschiedene positive Effekte des Zusammenrückens sind bereits greifbar. Die Weichen sind gestellt, um 2026 weitere Synergiepotenziale auszuschöpfen und zusätzliche Effizienzgewinne zu realisieren.
Die zentralen Kennzahlen und das Gesamtergebnis der beiden Suva-Kliniken für das Geschäftsjahr 2025 haben sich positiv entwickelt. Nach dem finanziell unbefriedigenden Vorjahr ist dies umso erfreulicher. Es zeigt auch, dass von Klinikrat und Geschäftsleitung zu Jahresbeginn eingeleitete Sofortmassnahmen ihre Wirkung entfaltet und den Weg für Verbesserungen geebnet haben.
Das Zusammenrücken der beiden Kliniken in Sion und Bellikon unter einer überdachenden Strategie ist auch im abgelaufenen Geschäftsjahr vorangeschritten. Solche Transformationsprozesse brauchen ihre Zeit und sind mit finanziellen und personellen Anfangsinvestitionen verbunden. Aber erste Effekte werden nun greifbar. So verbessern zum Beispiel die Vereinheitlichung und die damit verbundenen Qualitätssteigerungen in der finanziellen Führung die Steuerung der beiden Kliniken deutlich. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die 2025 erzielten Verbesserungen und Synergien im Risikoreporting und weiteren Bereichen (Reglemente, Weisungen) der Corporate Governance. Finanziell ebenfalls von Bedeutung ist das neu geordnete gemeinsame Immobilienmanagement, mit dem nun alle Vergaben aus einer Hand erfolgen. Um die strategische Koordination sicherzustellen und die Transformationsprozesse klinikübergreifend weiter zu beschleunigen, haben wir im Geschäftsjahr 2025 zudem ein Steuerungskonzept ausgearbeitet. Die daraus resultierenden Effizienzsteigerungen auf der operativen Ebene werden im Geschäftsjahr 2026 zu greifen beginnen.
Das Zusammenrücken der Kliniken in Sion und Bellikon und die damit verbundenen positiven Effekte sind für uns von grosser Bedeutung. Die Kliniken sind und bleiben ein unverzichtbares Element der Suva-Strategie. Im Fokus stehen die Rehabilitation und die Wiedereingliederung von besonders schwer betroffenen Patientinnen und Patienten. Möglich ist dies nur mit der ausgesprochen hohen, über Jahrzehnte aufgebauten Spezialisierung, welche die Suva-Kliniken im Rehabilitations-Markt auszeichnen. Aktuell besonders gut sichtbar wurde das im Zusammenhang mit der Tragödie von Crans-Montana am vergangenen Silvester. So konnten in Sion und Bellikon nach der Akutversorgung rasch zahlreiche Brandverletzte aufgenommen werden. Möglich war das, weil beide Kliniken unter anderem seit langem hochspezialisiert für die Behandlung von Brandopfern sind. Das Zusammenrücken der beiden Kliniken und die gemeinsame Weiterentwicklung dieser hochspezialisierten Leistungen hat es erst ermöglicht, in einer Notsituation wie dieser über die Sprachgrenzen hinweg solidarisch zu handeln und rasch und wirkungsvoll Unterstützung zu bieten.
Blicken wir voraus, wird auch 2026 kein Mangel an strategischen Projekten und an Weiterentwicklungsschritten herrschen. Unter anderem wird die Suva eine neue Eignerstrategie für die beiden Kliniken ausarbeiten. Ein zentraler Aspekt hierbei wird die langfristige Finanzierbarkeit – auch unter Berücksichtigung von mittel- und langfristigen Investitionen – sein. Ganz generell bleiben im Geschäftsjahr 2026 die finanziellen Herausforderungen im Fokus. Die beiden Suva-Kliniken sind davon in besonderer Art betroffen, weil ihre hohe Spezialisierung in den geltenden Reha-Tarifen nicht angemessen eingerechnet ist. Es gehört deshalb zu unseren Aufgaben, die Klinikprozesse, die mit der Behandlung von mehrheitlich hochkomplexen Fällen einhergehen, auf der Zahlenebene noch besser abzubilden und so eine aussagekräftige, valide Datenbasis zu schaffen, die in die Weiterentwicklung der Tarife einfliessen kann. Davon unabhängig bleibt die Prozessoptimierung eine zentrale Daueraufgabe.
Der Rehabilitationsmarkt ist kompetitiv. Die Qualität und die Effizienz der Leistungen stetig zu steigern, ist eine Grundvoraussetzung, um die Erfolgsgeschichte der beiden Suva-Kliniken weiterzuschreiben.
Daniel Roscher
Mitglied der Geschäftsleitung der Suva
Leiter Schadenmanagement und Rehabilitation
Präsident Klinikrat Suva-Kliniken
Bericht des CEO

Gemeinsam stark
Das Geschäftsjahr 2025 hat sich für die Suva-Kliniken insgesamt positiv entwickelt. Die operative Zusammenführung der Standorte Clinique romande de réadaptation (CRR) und Rehaklinik Bellikon (RKB) ist weiter vorangekommen und zeigt Wirkung. Die umgesetzten Massnahmen führten zu einer deutlichen Verbesserung des finanziellen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr.
Zusammenarbeit und strategische Ausrichtung
Im Zentrum stand die Weiterentwicklung der standortübergreifenden Zusammenarbeit. Mit der Strategie 2024–2027 wurde eine klare Grundlage geschaffen, um die gemeinsame Ausrichtung weiter zu konkretisieren, die Unternehmenskultur zu stärken und die Suva-Kliniken als integriertes Leistungsnetzwerk weiterzuentwickeln
Zur Nutzung von Synergien wurden zentrale Projekte vorangetrieben: die Abstimmung medizinischer Schwerpunkte, die Weiterentwicklung der Leistungsangebote sowie die Optimierung übergreifender Prozesse. Gleichzeitig haben sich die Suva-Kliniken aktiv in die Weiterentwicklung der Tarifstruktur «ST-Reha» eingebracht. Mit «ST-Reha 3» konnten erste Verbesserungen erzielt werden, insbesondere für komplexe Fälle. Weiterer Handlungsbedarf besteht.
Betriebliche Entwicklung
Auch in der Personalsituation wurden Fortschritte erreicht. Die Lage, insbesondere in der Pflege, hat sich im Verlauf des Jahres entspannt. Durch gezielte Massnahmen und den Ausbau des Mitarbeitendenpools konnte der Bedarf weitgehend mit festangestellten Fachkräften gedeckt und der Einsatz von Temporärpersonal reduziert werden.
Die Verschiebung von stationären zu ambulanten Leistungen blieb ein prägendes Thema. Beide Standorte haben ihre Angebote entsprechend weiterentwickelt und begleiten Patientinnen und Patienten heute entlang des gesamten Rehabilitationsprozesses. Mit dem Kompetenzzentrum für berufliche Eingliederung in St. Gallen wurde zudem ein weiterer Schritt hin zu einer wohnortsnahen Versorgung umgesetzt.
Wichtigste Kennzahlen
Insgesamt wurden 2’886 Patientinnen und Patienten stationär sowie 14’265 ambulant behandelt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 3,3 Prozent im stationären und von 12,2 Prozent im ambulanten Bereich. Auch die Verweildauer nahm im Berichtsjahr deutlich zu von 126’665 auf 135’909 Tage beziehungsweise um 7,3 Prozent. Die Bettenauslastung lag mit 94,2 Prozent auf einem guten Niveau. Der Betriebsertrag belief sich im Jahr 2025 auf 187,3 Mio. CHF. Im Jahresdurchschnitt beschäftigten die Suva-Kliniken 1’297 Mitarbeitende. Mit ihren 114 Ausbildungsplätzen leisten sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Nachwuchses im Gesundheitswesen.
Begünstigt wurde das Resultat durch eine Zunahme der Verweildauer sowie durch die weitere Stabilisierung des Personalbestands. Insbesondere die verringerte Abhängigkeit von Temporärmitarbeitenden hat zu einer höheren betrieblichen Kontinuität und Effizienz beigetragen.
Nachhaltige Entwicklung im Fokus
Das positive Ergebnis von 2025 lässt sich künftig jedoch nicht allein durch kurzfristige Schwankungen erzielen. Deshalb investieren die Suva-Kliniken weiterhin gezielt in die Qualität ihrer medizinischen und therapeutischen Leistungen, in die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden sowie in die Ausbildung von Fachkräften. Denn die Anforderungen an das Gesundheitswesen haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Umso wichtiger bleibt es, die vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen und die Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass eine qualitativ hochwertige und effiziente Versorgung der Patientinnen und Patienten auch in Zukunft nachhaltig gewährleistet werden kann.
Rehabilitation nach dem Unglück von Crans-Montana
Im ersten Halbjahr 2026 übernahmen die Suva-Kliniken die Rehabilitation zahlreicher schwer brandverletzter Menschen nach dem Unglück in Crans-Montana. Als die zwei einzigen Kliniken der Schweiz mit einer Spezialisierung auf die Rehabilitation von Brandverletzungen begleiten sie die Betroffenen mit hoher fachlicher Expertise und interdisziplinärer Zusammenarbeit auf ihrem Weg zurück in den Alltag. Aktuell werden 10 Patientinnen und Patienten stationär behandelt, 13 weitere Eintritte sind geplant und 17 Personen haben ihre Rehabilitation bereits abgeschlossen. Die ausserordentliche Situation hat die medizinische Kompetenz und das grosse Engagement der Mitarbeitenden der Suva-Kliniken einmal mehr unterstrichen.
Ausblick
Trotz dieser Fortschritte bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Zu Beginn des Jahres 2026 waren die Suva-Kliniken im Zusammenhang mit dem Brandunglück in Crans-Montana besonders gefordert. Dank der engen standortübergreifenden Zusammenarbeit konnten kurzfristig zusätzliche Kapazitäten geschaffen und die Versorgung sichergestellt werden.
Die Entwicklungen bestätigen den eingeschlagenen Weg. Gleichzeitig bleibt es unsere Aufgabe, die hochspezialisierte Rehabilitation unter sich verändernden Rahmenbedingungen verlässlich und in hoher Qualität zu erbringen.
Ein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeitenden. Mit grossem Engagement, hoher Fachkompetenz und viel Herzblut setzen sie sich täglich für das Wohl unserer Patientinnen und Patienten ein.
Dr. Gianni Roberto Rossi
CEO Suva-Kliniken
Kennzahlen und Statistiken
Einige wichtige Zahlen und Statistiken finden Sie in der folgenden Übersicht.
Im Berichtsjahr haben die Suva-Kliniken 2886 Patientinnen und Patienten stationär und 14 265 ambulant behandelt. Im Vorjahresvergleich entspricht dies einer Zunahme von 93 stationären und von 1550 ambulanten Patientinnen und Patienten. Die Verweildauer beträgt 135°909 Tage (Vorjahr 126 665), die Bettenauslastung 94,2 Prozent. Bei der durchschnittlichen Verweildauer ist eine Zunahme von 45 auf 47 Tage zu verzeichnen.

Im Durschnitt wurden im Jahr 2025 1297 Mitarbeitende beschäftigt, dies entspricht 1062 Vollzeitstellen. Der Frauenanteil beträgt 71 Prozent. Die beiden Suva-Kliniken bieten insgesamt 114 Ausbildungsplätze an.

Es resultiert ein Gewinn von 4,8 Mio. CHF bei einem Betriebsertrag von 187,3 Mio. CHF. Davon belaufen sich die Erträge aus stationären Behandlungen auf 142,2 Mio. CHF, diejenigen aus ambulanten Behandlungen auf 35,3 Mio. CHF und die anderen betrieblichen Erträge auf 10,1 Mio. CHF. Der Betriebsaufwand beläuft sich auf 182,4 Mio. CHF. Davon entfallen 133,4 Mio. CHF auf den Personalaufwand und 37,6 Mio. CHF auf den Sachaufwand. Die Anlage- und Finanzkosten betragen 11,5 Mio. CHF.
Das Geschäftsjahr 2025 der Clinique romande de réadaptation
Strukturelle Anpassungen zur Vorbereitung auf die Zukunft
Vor dem Hintergrund sich wandelnder Tarifstrukturen war 2025 ein Meilenstein für unsere Klinik. Unserer Strategie entsprechend bauten wir unsere Kapazitäten im ambulanten Bereich weiter aus. Gleichzeitig erweiterten wir unser Therapieangebot und unser Partnernetzwerk. Diese Entwicklung stärkt unsere Expertise und trägt dazu bei, unsere Organisation auf besonders komplexe Situationen vorzubereiten.
Die Ambulantisierung der letzten Jahre wurde konsequent fortgesetzt. Durch den Ausbau der Tages-Rehabilitation – ergänzt durch sechs zusätzliche Räumlichkeiten – können Patientinnen und Patienten mit hinreichender Selbstständigkeit fachkompetent und individuell betreut werden. Damit bleiben stationäre Betten jenen Fällen vorbehalten, die eine Vollhospitalisierung erfordern.
Parallel dazu konnten wir eine umfassende Anpassung unseres stationären Angebots zu Ende führen. Das Gebäude P ist nun mit Pflegebetten ausgestattet. Damit können Patientinnen und Patienten mit schweren muskuloskelettalen und neurologischen Beschwerden jetzt besser versorgt werden. Unsere Kapazitäten in neurologischer Rehabilitation wurden von 32 Betten auf 48 erweitert. Gleichzeitig wurden die Einheiten neu organisiert und das Team aufgestockt, um eine intensivere medizinische Betreuung bei gleichbleibender Pflegequalität zu gewährleisten.
Unser Therapieangebot wurde zudem durch den Aufbau einer interdisziplinären Versorgung bei neurologischen Funktionsstörungen erweitert, einschliesslich der Einführung psychedelischer Therapien nach strengen Regeln, sowie durch den Erwerb von Robotiksystemen für das Gehtraining und die Behandlung der unteren Extremitäten.
Angesichts immer komplexerer Situationen und Lebenswege sind reibungslose Versorgungsabläufe von zentraler Bedeutung. Das setzt eine enge Abstimmung mit unseren Referenzpartnern voraus. In diesem Sinne stärkt die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil unser Netzwerk für die Versorgung von Querschnittsgelähmten.
Im Mittelpunkt dieser Veränderungen steht der Wille, den Menschen ins Zentrum seiner Reha zu stellen. Davon zeugen vermehrte fachübergreifende Sitzungen, in denen Spezialistinnen und Spezialisten aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten für eine ganzheitliche Sicht auf jede Patientin und jeden Patienten. Neue interaktive Tafeln in den Zimmern bieten darüber hinaus die Möglichkeit, das eigene Rehabilitationsprogramm aktiver mitzugestalten.
Keiner dieser Fortschritte wäre möglich ohne das Engagement unserer Mitarbeitenden. Massnahmen zur Steigerung unserer Attraktivität – insbesondere angepasste Arbeitszeiten und der Wandel unserer Führungskultur – sind bereits erfolgreich: Die Pflegeteams sind vollständig besetzt und der Teamgeist wurde gestärkt.
Auf diesem soliden Fundament starten wir in das Geschäftsjahr 2026, mit einer neu zusammengesetzten Klinikleitung. Die Mitglieder bilden ein Team mit einander ergänzenden Stärken, das sich für die Zukunft der Reha engagiert und unseren Patientinnen und Patienten das Beste bieten möchte. Ihre Expertise, ihr Leadership und ihr Eintreten für die Werte der Suva-Kliniken sind wertvolle Faktoren für eine menschliche, effiziente Führung der Klinik, mit der wir unsere Entwicklungs- und Qualitätsdynamik fortsetzen können.
Dario Andenmatten
Vorsitzender der Klinikleitung
Dr. Maria Iakova
Chief Medical Officer
Valentine Bregy
Chief Nursing Officer
Geschäftsjahr 2025 der Rehaklinik Bellikon
Grosse Fortschritte
Viele strategische Massnahmen, die im Vorjahr aufgegleist und im Geschäftsjahr 2025 implementiert wurden, entfalten nun ihre positive Wirkung. Besonders erfreulich zeigt sich das im Personalbereich.
Der Fachkräftemangel im Pflegebereich bleibt für die Gesundheitsbranche eine Herausforderung. Umso erfreulicher ist zu bewerten, dass es der Rehaklinik Bellikon gelungen ist, per Ende September 2025 alle offenen Stellen in der Pflege zu besetzen. Dies widerspiegelt den Erfolg der intensiven Bemühungen, die 2024 eingeleitet und im Geschäftsjahr 2025 mit hoher Priorität umgesetzt wurden. Als einer der Eckpfeiler hervorzuheben ist der starke Ausbau der Ausbildungsplätze. Besonders erfreulich: Auch langjährige Mitarbeitende ergreifen die Möglichkeit, sich in diesem Rahmen beruflich weiterzuentwickeln. Ein zweiter wichtiger Eckpfeiler ist die Implementierung vielfältiger organisatorischer Massnahmen. Sie führen in ihrem Zusammenspiel zu mehr Fokus und verbesserten Arbeitsbedingungen in der Pflege und gleichzeitig zu erhöhter Flexibilität in der Einsatzplanung. Als Folge dieser positiven Entwicklung im Personalbereich konnte die Rehaklinik Bellikon – wie angestrebt – den Einsatz von Temporärkräften beenden. Dies bringt sowohl finanziell wie betrieblich grosse Verbesserungen mit sich.
Zu den erfreulichen Entwicklungen in personeller Hinsicht gehört auch der Neuzugang von Dr. med. Alexander Truschkat per November 2025. Die Rehaklinik Bellikon ist stolz darauf, dass sie den erfahrenen Spezialisten als neuen Leiter Orthopädische und Handchirurgische Rehabilitation (OHR) und als Vize-CMO an Bord holen konnte. Er ersetzt in diesen Funktionen Dr. med. Felix Tschui, der nach langjährigem Engagement für die RKB in den Ruhestand getreten ist.
Neuer Standort für die berufliche Eingliederung in der Ostschweiz
Auch im Geschäftsjahr 2025 hat die Rehaklinik Bellikon die strategische Entwicklung «ambulant vor stationär» auf allen Ebenen vorangetrieben. Ein wichtiger Meilenstein wurde im Februar erreicht: mit der offiziellen Eröffnung des Kompetenzzentrums berufliche Eingliederung (KbE) in St.Gallen. Zusammen mit dem bereits etablierten KbE in Chur gewährleistet die Rehaklinik Bellikon ein unverzichtbares Angebot für die wohnorts- und arbeitsplatznahe berufliche Reintegration in der Ost- und Südostschweiz. Der konzeptionelle Austausch und die enge organisatorische Zusammenarbeit mit der IV stellen sicher, dass das Angebot und die Abläufe der Kompetenzzentren in Chur und St.Gallen optimal auf den Bedarf der IV und ihrer Versicherten ausgerichtet sind.
Mehr Komfort für Zusatzversicherte
Schliesslich hat die RKB zur weiteren Verbesserung des Patientenkomforts im Geschäftsjahr 2025 ihr Leistungsangebot und ihre Guest Relation Services für privat Versicherte ausgebaut. Sichtbarer Ausdruck davon ist eine modern gestaltete Privat-Lounge im Empfangsbereich, die in der therapiefreien Zeit Ruhe und ein angenehmes Ambiente zum Lesen und Arbeiten bietet. Die Wichtigkeit solcher Massnahmen wird klar, wenn man sich die Zahlen vergegenwärtigt: Heute ist knapp ein Viertel der Patientinnen und Patienten der RKB privat versichert, Tendenz steigend.
Oliver Bergamin
Vorsitzender der Klinikleitung
Dr. med. Christian Sturzenegger
Chief Medical Officer
Manuela Tuchschmid
Chief Nursing Officer
Unsere Patientinnen und Patienten im Fokus – die Rehabilitationsprogramme der Suva-Kliniken sind individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ausgerichtet, um eine möglichst rasche Rückkehr in den Alltag und ins Berufsleben zu ermöglichen. Mit den folgenden Geschichten zweier Patienten zeigen wir Ihnen, wie dieser Weg aussehen kann. Auch unsere Forschungstätigkeit gehört zum ABC der komplexen Unfallrehabilitation. Weitere Beispiele unserer Arbeit finden Sie auch jederzeit unter suva-clinics.ch oder auf den Social Media-Auftritten der Clinique romande de réadaptation und der Rehaklinik Bellikon.
Von der Forschung zur Praxis: Impulse für die Rehabilitation
Die konkrete, messbare Verbesserung in der Rehabilitation von Patientinnen und Patienten ist ein zentrales Thema. Angesichts komplexer Verletzungsmuster, unterschiedlicher Umstände und individueller Herausforderungen auf dem Weg zurück in die Selbstständigkeit kann die Antwort nicht allein auf der klinischen Erfahrung beruhen. Wichtig ist auch die Forschung. Sie hilft, Methoden weiterzuentwickeln, Heilungsmechanismen besser zu verstehen und Therapieoptionen zu definieren.
Mehrere signifikante Fortschritte im Jahr 2025 veranschaulichen diese Dynamik, die integraler Bestandteil des Auftrags der Suva-Kliniken ist. In Arbeiten zum Thema neurologische Störungen wurden beispielsweise innovative Ansätze wie die nicht invasive tiefe Hirnstimulation erforscht. Erklärtes Ziel: schnellere Erholung nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Dank des europäischen SUN-XR-Projekts konnten Extended-Reality-Lösungen entwickelt werden, die mit einer Kombination aus visueller Immersion und haptischem Feedback neue Perspektiven in der funktionellen Rehabilitation eröffnen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Schmerzversorgung. Eine Patientenkohorte mit Algodystrophie wurde gebildet und zwei Jahre lang begleitet, wodurch wertvolle Erkenntnisse zum Krankheitsverlauf dieses komplexen Syndroms gewonnen wurden. Darüber hinaus wurden mehrere Studien zur Verwendung von Schmerzmitteln – insbesondere Opioiden – durchgeführt, um ihre Auswirkungen auf funktionelle Kapazitäten besser zu verstehen und Therapiestrategien anzupassen.
Wir arbeiten eng mit einem Netzwerk akademischer und klinischer Partner zusammen, zu dem die EPFL, die ETHZ, die Unil, Balgrist, das CHUV und die Hôpitaux de Paris gehören. Mit der direkten Integration von Forschungsteams in die CRR und der regelmässigen Präsenz von Forschenden der ETHZ in unserer Klinik in Bellikon nimmt die Zusammenarbeit eine besonders konkrete Form an. Diese Nähe fördert den Austausch zwischen Forschung und Klinik und ermöglicht den gezielten Fokus auf die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten. Denn über wissenschaftliche Ergebnisse hinaus bleibt die praktische Anwendung der Dreh- und Angelpunkt. Es geht darum, Bewertungsinstrumente weiterzuentwickeln, die Versorgung anzupassen und schrittweise neue Therapieansätze zu integrieren. Dies begünstigt auch eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung der Pflegequalität und trägt zur Optimierung von funktioneller Erholung, Selbstständigkeit und Eingliederungsperspektiven bei.
Die entsprechende Dynamik soll 2026 mit der Entwicklung von Grossprojekten in Zusammenarbeit mit unseren Partnern fortgesetzt werden, namentlich auf dem Gebiet neurologischer Beschwerden. Die Bildung schweizweiter Kohorten und die Weiterführung unserer Studien zu Rückenmarkverletzungen sollen helfen, Erholungsprofile besser zu beschreiben und eine nationale Versorgungsstrategie zu entwickeln. Darüber hinaus werden sich neue Forschungsarbeiten spezifisch mit Einflussfaktoren für den Weg zurück ins Berufsleben befassen – so nah wie möglich an Lebensrealitäten und Versorgungsvorgaben.
Mit diesen verschiedenen Initiativen festigt die in den Suva-Kliniken geleistete Forschung ihre zentrale Rolle bei der Entwicklung einer individuellen, interdisziplinären und effizienten Rehabilitation.
Patientengeschichte Clinique romande de réadaptation

Seit einem Motorradunfall durchläuft João* tapfer einen langwierigen Rehabilitationsprozess in der CRR. Zwischen zwei Praktika hat er sich bereit erklärt, von seinen Erfahrungen und seinem Alltag zu berichten.
(*Anmerkung der Redaktion: Der Patient möchte anonym bleiben. Die Redaktion hat ihm deshalb den Vornamen João gegeben.)
João stammt aus Portugal und ist Lastwagenchauffeur. Seit acht Jahren lebt er in der Schweiz. Am 9. Oktober 2022 prallt er bei einer Töfftour gegen ein Auto, stürzt und verliert das Bewusstsein. Als er im CHUV aufwacht, erfährt er, dass er Knochenbrüche und ein Schädeltrauma erlitten hat. Die Untersuchungen zeigen eine verringerte Sensibilität im Beckenbereich – ein langer Rehabilitationsweg zeichnet sich ab
Angst, Schmerzen und Operationen bestimmen nun seinen Alltag. Nach einem Monat ist er wieder zu Hause. Seine Beweglichkeit ist stark eingeschränkt und einige Körperfunktionen sind noch beeinträchtigt. Er ist auf die Hilfe seiner Familie angewiesen.
Einige Wochen später wird João in die CRR aufgenommen. Die frühe Phase der Rehabilitation ist schwierig. Er kann kaum laufen und hat Verdauungsprobleme, die sein Selbstvertrauen untergraben. Sein Rehabilitationsprogramm beschränkt sich aufs Dringlichste: ihm seinen Alltag zu erleichtern, der geprägt ist von Physio- und Ergotherapie, Übungen und Therapiebad. João schätzt die psychologische Unterstützung sehr, weil sie ihm hilft, die neuen Grenzen zu akzeptieren.
Eine Therapeutin erklärt dem Snowboardfan, dass mit Tempospitzen und Akrobatik vorerst Schluss sei, aber die erste blaue Piste werde für ihn ein Erfolgserlebnis und ein noch grösserer Adrenalinkick sein. Der Entschluss ist gefasst: Er wird wieder aufs Brett steigen. «Ich dachte mir: wenn schon, dann richtig», verrät er.
Nach dem siebenwöchigen Reha-Aufenthalt nimmt João seine Arbeit wieder auf. Das Ruckeln und das lange Sitzen erweisen sich jedoch als zu schmerzhaft. Nach zwei harten Jahren wird trotz Unterstützung des Arbeitgebers klar, dass eine Rückkehr in den Beruf nicht möglich ist.
Es folgt eine Standortbestimmung bei der Suva, und João wird erneut in die CRR aufgenommen. Aufgrund der bereits erzielten Fortschritte kann er nun an intensiveren individuellen Übungen teilnehmen. Schon nach kurzer Zeit gelangt er ins Kompetenzzentrum für berufliche Eingliederung mit dem Ziel einer Neuorientierung. Dort berichtet er von seinem Lebensweg, seinem Elektronikstudium und seiner Leidenschaft für Computer. Seine Einschränkungen sind real, aber sein Potenzial ebenfalls.
In unserer Klinik erhält João in mehrtägigen Praktika Einblicke in verschiedene Tätigkeiten – Uhrmacherei, CNC-Maschinen, technischer Dienst. Als Vorbereitung auf seine Neuorientierung macht er sich in einem geschützten, wertfreien Rahmen mit verschiedenen Berufsbereichen vertraut.
«Das, was ich erlebt habe, wünsche ich niemandem, aber es gibt keinen besseren Ort, um damit umzugehen», erklärt er. João, von Natur aus zurückhaltend, arbeitet sich in der Reha zunächst alleine voran. Nach und nach findet er aber auch Halt bei seinen Mitpatientinnen und -patienten, nimmt an Spielen, Karaoke-Abenden und gemeinschaftlichen Momenten teil, die ihm Kraft geben. Auf diesen menschlichen, für ihn sehr wichtigen Aspekt kommt er gegen Ende unseres Gesprächs noch einmal zurück. Patientinnen und Patienten in einer Reha sind in erster Linie Menschen – mit ihren Zweifeln, Stimmungen und Schwierigkeiten. Die tägliche wertschätzende Präsenz von Fachkräften macht viel aus. Mit einigen Patienten hat er sich angefreundet: Die gemeinsam erlebten Momente gehören zu seinen schönsten Erinnerungen.
Joãos Erfahrung sagt genauso viel aus über seine eigene Resilienz wie über die Arbeit, die tagtäglich in der CRR geleistet wird. Wir danken ihm, dass er seine Geschichte mit uns geteilt hat, und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg auf dem Weg zu einem selbstständigen und selbstbestimmten Leben.
João
Ehemaliger Patient
Patientengeschichte Rehaklinik Bellikon

1 Millisekunde Pech – danach nur noch Glück
Als David Baumann an diesem Morgen im April 2024 im Wald oberhalb von Goldiwil BE arbeitet, ist es einer jener Tage, die man sonst als «perfekt» beschreibt. Klare Sicht, endlich befahrbarer Boden, ein Gespräch mit dem Bruder beim Znüni, Ausblick auf die Berge. Wenige Minuten später liegt der 46-jährige Landwirt unter einer Tanne begraben.
Baumann erinnert sich an jedes Detail. An das Knacken des Holzes. An den Schatten im Augenwinkel. An den Moment, als der Baum ihn zu Boden drückt. «Von da an hatte ich nur noch Glück», sagt er heute. Ein Satz, der erstaunt, wenn man weiss, wie schwer seine Verletzungen waren. Er erleidet mehrere Frakturen an Rippen, Beinen, Kopf, einen verletzten Sehnerv, einen zertrümmerten Lendenwirbel und mehrere Verletzungen an Muskulatur, Bändern und Sehnen.
Gemeinsam mit seinem Bruder räumt David Baumann an diesem Tag Holz. Eine beschädigte Tanne, seit Monaten ein Risiko für Wanderer, soll endlich gefällt werden. Der erfahrene Feuerwehrkommandant weiss um die Gefahr. Er plant Fluchtwege, überprüft jeden Schnitt, funkt jede Bewegung durch. Doch dann bricht der obere Teil der Tanne unkontrolliert weg und trifft ihn mit voller Wucht.
«In Bellikon gibt es Menschen, die wissen, wie sich so etwas anfühlt»
Unter der Tanne bleibt Baumann bei Bewusstsein. Während sein Bruder hektisch Hilfe organisiert, macht er eine Art «Funktionskontrolle» seines Körpers. Der linke Fuss verdreht, der Arm verletzt, mutmasst er – Schmerzen spürt er zunächst keine. «Ich dachte, eine Woche Spital, zwei Wochen zuhause, dann geht’s weiter.»
Dass es anders kommen würde, ahnt er in diesem Moment nicht. Die Rettungskette funktioniert beinahe unwirklich schnell. «Vier Minuten nach dem Alarm war die Rega da», sagt Baumann noch heute staunend. Notarzt, Polizei, Flugrettung – alles greift ineinander. Während andere um ihn herum die Schwere der Situation erkennen, bleibt er ruhig. Vielleicht wegen seiner Erfahrung bei der Feuerwehr. Vielleicht einfach, weil er so ist.
Aus den ursprünglich erwarteten Wochen werden Monate und mittlerweile mehr als zwei Jahre der Genesung und Rehabilitation. Besonders prägend wird für ihn die Zeit in der Rehaklinik Bellikon. Dort beginnt nicht nur die körperliche Heilung, sondern auch die mentale Auseinandersetzung mit dem Unfall. Bellikon sei nicht einfach eine Klinik, sagt Baumann heute. «Dort sind Menschen, die genau wissen, wie sich so etwas anfühlt.» Gerade die Gespräche mit Mitpatienten hätten ihm geholfen, schwierige Tage einzuordnen – oft mit überraschend viel Humor trotz schwerer Schicksale.
Die Realität kommt zu Hause
«Als ich von Bellikon nach Hause kam und all die Arbeit sah, die auf mich wartete, war das schwierig», erzählt David Baumann. Gut gemeinte Sätze wie «das kommt schon wieder» hätten ihn damals eher belastet. Er spricht mit grosser Dankbarkeit von seiner Frau Cornelia und seinen beiden Söhnen, der Nachbarn und Feuerwehr-Kollegen – und auch über die Begleitung des Therapieteams nach der Reha. Alles Menschen, die ihn auffingen, motivierten und ihm halfen, den Blick nach vorne zu richten. Das zeigt sich auch beim Besuch in Bellikon zwei Jahre später mit vielen herzlichen Begegnungen mit Mitarbeitenden aus diversen Bereichen. Den neuen Schwung nutzt David Baumann nebst dem Schritt zurück ins Leben auch für ein weiteres Engagement: Er ist das Gesicht der Blutspende-Kampagne des SRK. Vom Blutspender wurde er an diesem Tag im April 2024 nämlich plötzlich zum Empfänger.
Seinen Optimismus hat er sich bewahrt. Trotz Operationen, Rückschlägen und langen Therapien, die auch zwei Jahre nach dem Unfall noch notwendig sind. Vielleicht zeigt sich genau darin, weshalb Menschen in seinem Umfeld von ihm beeindruckt sind: David Baumann erzählt seine Geschichte nicht als Tragödie, sondern als Geschichte von Glück, Hilfe und Familienzusammenhalt.
Oder, wie er selbst sagt: «Ich hatte eine Millisekunde Pech. Danach nur noch Glück.»
David Baumann
Ehemaliger Patient
